20. April 2021, 08:20
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Anti-Pattern für das Komplexitätsmanagement

In der Softwareentwicklung und im IT-Operations existiert ein ungeschriebenes Gesetz. Ein Anti-Pattern1 zur nachhaltigen Problemlösung und Komplexitätsreduktion. Niemand ist irre genug, es vorzuschlagen. Kein Kunde der Welt bereit, es zu bezahlen. Doch es gibt sie, die lichten Momente im Lebenszyklus eines Unternehmens, wo dieses Gesetz zur Anwendung kommen kann. Es lässt sich wie folgt beschreiben:

Wenn Du eine Aufgabe oder Problemstellung hast und Du weißt, wie die Lösung dazu funktioniert, dann wirf nach Fertigstellung Deinen Code weg und reiß' eine Installation wieder auseinander.

Wiederhole alles, dokumentiere aber im zweiten Anlauf jeden Schritt. Bei Fertigstellung wirf erneut alles weg und arbeite nur noch mit der Dokumentation weiter. Überlege Dir Vereinfachungen, variiere die Abläufe, schaffe Rekursionen, whatever, stets das Ziel der Komplexitätsreduktion vor den Augen und ohne dem Reiz zu erliegen, zusätzliche Funktionen einzubauen2.

Steht die Dokumentation geht’s an den finalen Anlauf zur Problemlösung. Du wirst sehen, dauerte der Erste noch Wochen und der Zweite Tage, so wird der Dritte locker von der Hand gehen und sich in Stunden messen lassen. Gleichzeitig steht am Ende eine nachhaltige, meist sogar elegante Lösung, frei von Ballast, Komplexität und möglichen Designfehlern. Und by the way: Das kennzeichnet eine gute Dokumentation.

Viel Erfolg,
Tomas Jakobs


  1. https://en.wikipedia.org/wiki/Anti-pattern ↩︎

  2. https://en.wikipedia.org/wiki/Second-system_effect ↩︎

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