Am dritten DI-Day trenne ich mich von der proprietären Karten-App von Apple und nutze künftig CoMaps als Alternative.1 Nach zwei Rückfragen war die App vom Smartphone schnell gelöscht.
Screenshot des Löschvorgangs der iOS-Karten-App von Apple
Seit geraumer Zeit ärgere ich mich über Apple nicht nur im Hinblick auf Datenschutz und digitale Unabhängigkeit. Es ist die subjektiv immer schlechter werdende Bedienung. Als iPhone-Anwender der ersten Stunde seit 2007 haben mich schöne und sinnvolle Details überzeugt. Heute sehe ich die gleiche Lieblosigkeit und das exzessive Sammeln von Verhaltensdaten wie bei anderen Bigtechs.
Der DI-Day ist ein schöner Anlass, dem endlich ein konsequentes Ende zu setzen.2 Selbst wenn Apple mit seiner Mapping-Technologie nicht als relevanter Gatekeeper von der EU eingestuft wird.3 Es sind die vielen vermeintlich kleinen Schritte, die in der Summe Großes bewegen.4
Seit einigen Jahren nutze ich bereits den Vorgänger von CoMaps auf dem dedizierten Navigationsgerät an meinem Pedelec. Grund war die Offline-Funktionsweise mit OpenStreetMap-Kartenmaterial und einer “uncluttered” Oberfläche ohne dauerhafte Internetverbindung und somit ohne aktives Mobilfunknetz. Dafür aber mit einer deutlich längeren Akkulaufzeit.
“Uncluttered” bedeutet eine aufgeräumte, funktionsreduzierte Oberfläche ohne Ablenkung und komplizierte Bedienung. Das ist mir bei jeder Art von Navigations-App wichtig. Am allerwenigsten will ich mit irgendwelchen Nachrichten oder Erinnerungen abgelenkt werden - weder am Fahrrad, im Auto oder im Flugzeug, wo ich die Software Enroute vorgestellt habe.5 Aus meiner Sicht gibt es kaum technische Gründe, dauerhaft online sein zu müssen.
Einsatz des Navigationsgerätes am Pedelec
CoMaps hat sich letztes Jahr als Fork von Organic Maps abgespalten.6 Seitdem nutze ich auf meinen Geräten nur noch CoMaps, da es nicht nur einige Fehlentwicklungen rückgängig gemacht, sondern auch sinnvolle Weiterentwicklungen vorgenommen hat, etwa die Aufzeichnung von zurückgelegten Strecken.
Ich spreche dabei ausdrücklich von der mobilen CoMaps-App für Android und iOS. Die Desktop-Variante ist derzeit nicht empfehlenswert. Unter Gnome wirkt sie nicht nur “alien”, sie ist faktisch kaum nutzbar.
Ein Qualitätsmerkmal für das Projekt: Es ist auf Codeberg gehostet und nicht bei Microsoft GitHub.7
In diesem Sinne,
einen schönen DI-Day!
Tomas Jakobs