12. Juli 2026, 14:04
Lesezeit: ca. 2 Min

Die 'richtige' Linux-Strategie?

Die Tage konnte man von Tuxedo, einem deutschen Verkäufer von Hardware mit eigener GNU/Linux Distribution lesen, dass diese von Ubuntu auf Debian als Grundlage umsteigen wollen.1

Überraschend ist das nicht. Beispiele für das besondere Geschäftsgebahren von Canonical, dem Unternehmen hinter Ubuntu, gibt es seit vielen Jahren. So vollzog mit Nitrokey 2021 ein weiteres Unternehmen einen vergleichbaren Wechsel.2

Insbesondere das umstrittene Snap-Paketformat3 mitsamt dem zentral kontrollierten Snap Store führt immer wieder dazu, dass viele direkt auf die Debian-Grundlage setzen, auf der Ubuntu selbst aufbaut. In einem ausführlichen Blog-Beitrag schreibt Tuxedo:4

Solange Tuxedo OS auf Ubuntu basiert, übernimmt Canonical grundlegende Entscheidungen – etwa den Release-Zyklus, technische Weichenstellungen wie die zunehmende Verlagerung auf Snap oder künftig integrierte KI-Funktionen. Als Ubuntu-Derivat müssen wir diese Entscheidungen entweder übernehmen oder mit erheblichem Aufwand umgehen. Debian wird hingegen nicht von einem Unternehmen entwickelt, sondern von einer weltweit aktiven Entwicklergemeinschaft getragen. Mit Debian Testing erhalten wir eine kontinuierlich aktualisierte Basis, die auf bewährten Grundsätzen wie dem Debian Social Contract und den Debian Free Software Guidelines aufbaut.

Für mich ist die heutige Meldung eine Bestätigung meiner hybriden Strategie, die seit über einem Jahrzehnt die Vorteile von Rolling- und Point-Releases miteinander verbindet, etwas näher an der “Bleeding Edge”:

  • Debian Stable (teils sogar old-stable) auf allen Servern5
  • Debian Unstable (Sid) auf meinem Notebook und Desktop-Geräten6

So profitiere ich gleich dreifach: Stabilität und Langlebigkeit auf kritischen Systemen, aktuelle Programmpakete auf meinem Daily Driver sowie die Möglichkeit, technische Entwicklungen frühzeitig zu beobachten und praktisch bereits damit arbeiten zu können, bevor ich diese produktiv einsetze oder anderen empfehle.

Was an der Tuxedo-Meldung zwischen den Zeilen herauslesbar ist: Die Enttäuschung über den eingeschlagenen Weg bei Ubuntu. Auf Ubuntu basierende Distributionen wie zum Beispiel Zorin7 oder Elementary8 dürften vor dem gleichen “Quo vadis” stehen.9

P.S. Freie Software (GNU) schützt die eigene Investition vor dem Geschäftsgebahren Einzelner.10

In diesem Sinne,
Euer Tomas Jakobs

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