13. Dezember 2021, 20:33

No Java - No Cry!

Hinter der unscheinbaren Bezeichnung CVE-2021-442281 versteckt sich eine schwerwiegende Schwachstelle in der Java-Komponente Log4J2. Der Fehler besteht darin, dass diese Logdaten nicht nur liest oder schreibt sondern auch interpretiert und Anweisungen zum Nachladen von Programmcode ausführt. So wird aus einer Logzeile ein Programm, das im Kontext der jeweiligen Software, des Dienstes oder Anwenders ausgeführt wird. Pauschal kann davon ausgegangen werden, dass in JAVA programmierte Software und alles mit einem Tomcat-Webserver von der Log4J-Schwachstelle betroffen ist. Die Liste der Softwareprodukte ist lang und beinhaltet das Who-is-Who der IT-Branche3. Das BSI ruft gleich Alarmstufe rot aus4 und sogar der Spiegel schreibt von “Scheiße”, die lichterloh brennen würde5. Read more

21. November 2021, 14:00

Digitalisierung out of hell

Vor 10 Jahren erblickte das Buzzword und Digitalisierungsprojekt “Industrie 4.0” das Licht der Welt mit nichts weniger im Sinn als der Absicht, eine vierte industrielle Revolution loszutreten.1 Revolution als Begriff und Bild ist natürlich gaga. Wer auch nur einen Hauch an Ahnung hat weiß, Digitalisierung gleicht eher einem Marathon mit vielen Zwischenetappen und fällt nicht von heute auf morgen vom Management verordnet auf ein Unternehmen. Gegen die Ziele Vernetzung, Informationstransparenz, Technische Assistenz und Dezentralisierung ist dennoch nichts auszusetzen. Letzteres Ziel begrüße ich sogar ausdrücklich und möchte die Liste noch um den Punkt “digitale Souveränität”2 ergänzen. Read more

2. November 2021, 23:40

Homoglyphen im DevOps

Vor einigen Monaten habe ich von kyrillischen Buchstaben in Spam- und Phishingmails geschrieben, die leicht mit unseren lateinischen verwechselt werden können.1 Diesen Gedanken haben Ross Anderson und Nicholas Boucher in Ihrem Paper “Trojan Source: Invisible Vulnerabilities” weiter ausgeführt2 und auf diverse Compiler, Editoren und Tools in der Softwareentwicklung geschaut. Das Ergebnis ist niederschmetternd und leider nicht wirklich überraschend. Der Umgang mit Homoglyphen3 steht in vielen Programmiersprachen und Ihren Code-Werkzeugen auf ganz wackeligen Füßen. Read more

18. August 2021, 07:01

Raspi Horchposten in c't 19/2021

Fest verkabelte Netzwerke werden üblicherweise mit zahlreichen Sicherheitsmerkmalen bedacht. Bei Drahtlosnetzwerken hingegen bleiben Admins oft blind gegenüber Einbruchsversuchen, die sich dank kostengünstiger Gadgets auch von Laien durchführen lassen. Abhilfe schafft ein Wireless Intrusion Detection System (WIDS). Klingt teuer, ist es aber nicht. Ein Raspi, ein WLAN-Stick und freie Open-Source Software reichen aus. In der kommenden c’t Ausgabe 19/2021 ab dem 28. August zeige ich in einem mehrseitigen “Hardcore”-Beitrag, wie sich das eigene Drahtlosnetzwerk besser schützen lässt1. Read more

17. August 2021, 22:27

Unverzichtbar

Auf dem langen, manchmal steinigem Weg zur Informationssicherheit sind die wahren Helden nicht die schicken Firewalls oder Virenscanner mit brachialen, nordischen Namen. Es sind auch nicht die teuren, fancy IDS/IPS Spielzeuge mit viel Magic (oder war’s doch Glitzer?). Nein, es sind diese unscheinbaren Zeitgenossen im Bild, die erst eine saubere und vor allem “lebende” Inventarisierung ermöglichen. Zu wissen, was, wo, in welchem Zustand, von wem, wie lange genutzt wird - unbezahlbar. Read more

7. August 2021, 14:23

Beyond Good and Evil

Die Tage war ich auf der Suche nach einem ganz besonderen Musikstück. Es handelt sich um ein Lied aus der 2017er Animeverfilmung von “Ghost in the Shell” mit Scarlett Johansson. Genauer: Die offizielle Trailermusik1, die nicht im Score aufgenommen wurde und daher in keinem der üblichen Musik-Stores zu finden ist. Das ist der Nachteil, wenn einige Wenige eine ganze Branche technologisch und juristisch unter Kontrolle halten. Bei dem begehrten Musikstück handelt es sich um die Cyberpunk-Coverversion des 80er Jahre Liedes “Enjoy the Silence” von Depeche Mode, neu interpretiert von Joel Burleson2 aka Ki:Theory3. Read more

14. Juli 2021, 08:30

Zum Eskapismus von IT-Entscheidern

Zwei Ereignisse der letzten Tage möchte ich kurz im Microblog rekapitulieren: Das erste ist ein Gastbeitrag in der F.A.Z. von der Microsoft Deutschland Chefin Dr. Marianne Janik1. Ich musste zweimal die Autorenkennzeichnung prüfen, denn Ihre Message entspricht ganz und gar nicht dem, was die üblichen Windows-Jünger aus Fachhandel, IT-Consulting und Management von sich geben: Für Nutzer – ob Unternehmen, Behörden oder Privatpersonen – wird künftig kaum ein Weg mehr an offener Software vorbeiführen. Read more

10. Juli 2021, 09:10

Opensource - Mythos, Vorurteile und Halbwahrheiten

Die Kommunale Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement hat ein Arbeitspapier zu freier Software in Verwaltungen und öffentlichen Einrichtungen veröffentlicht1. Thema und Zeitpunkt hätte kaum besser gewählt sein können: Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat gestern den Katastrophenfall ausgerufen. Durch einen Ransomware-Vorfall in dessen Microsoft-zentrierter IT-Infrastruktur sind zentrale Dienste für Wochen ausgefallen. Leistungen z.B. für Bedürftige, Löhne und Gehälter können nicht ausgezahlt werden.2 Es ist Zeit mit den immer gleichen Vorurteilen und vermeintlichen Argumenten aufzuräumen, die bar jeder Grundlage vorgetragen werden. Ich zitiere Full-Text das Kapitel 4 des unter einer CC-Lizenz stehenden Positionspapiers3, das in weiten Teilen auch auf Unternehmen übertragbar ist. Die Fußnoten zu den einzelnen Aussagen sind direkt aus dem Original-PDF zu entnehmen: Read more

10. Juni 2021, 12:20

Alpaca als Konzept verstehen

Forscher der Ruhr-Universität Bochum, der Universität Paderborn sowie der Universität Münster haben schwerwiegende Sicherheitslücken bei der Implementierung von TLS-Verschlüsselungen in gängigen Internettechnologien entdeckt, die effektiv zum Aufbrechen bzw. Übernahme führen können. Für Ihr Paper haben Sie 1.4 Mio betroffene Systeme bei großen Herstellern und Hostern identifiziert. Nach Sichtung des Papers1 und der sekundären Nachrichten und Diskussionen kann ich mit Verbindlichkeit sagen, dass ich alle empfohlenen Best-Practices seit vielen Jahren anwende und mit meinen Systemen nicht betroffen bin. Lieber nehme ich Verbindungsabweisungen in Kauf und verweigere z.B. die Authentifizierung und somit Zustellung von Mails als faule Kompromisse bei der Sicherheit einzugehen. Read more

8. Juni 2021, 20:10

Gehe direkt ins Gefängnis, gehe nicht über LOS

Das Netz ist voller Tipps zur Absicherung von SSH-Zugängen. Die Bandbreite reicht von SSH-Schlüsseln, Zwei-Faktor-Authentifizierung nach RFC 62381 bis zu drei Faktoren für alle mit Security-Fetisch. An der Praxis gehen diese gutgemeinten Vorschläge mitunter vorbei. Hier helfen andere Konzepte und Instrumente. Best-Practice für Ports im Allgemeinen und SSH-Ports im Besonderen: Keine offenen Ports im öffentlichen Internet anbieten. Eine Begrenzung auf ein Firmen-IP-Segment oder einzelne Jump-Server2 oder alternativ auch ein Port-Knocking3 ist die erste und meist auch beste Basis-Absicherung. Ein Blick in Shodan auf die 1.3 Mio Hosts aus Deutschland mit offenem Port 22 zeigt, dass dieses nicht von allen beherzigt wird4. Unverständlich und fahrlässig besonders bei Unternehmen mit Business-Anschlüssen und festen IPs. Read more

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